licht und schatten

Das Einzelne ist eine Illusion. Nichts – kein Mensch, kein Gegenstand – kann etwas sein ohne seinen Gegenpart. Ein Gedicht über die Gegensätzlichkeit in der Welt und in uns.

 
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Noemie Forget erkundet mit ihrem minimalistischen Stil eine urbane und industrielle Welt. Linien, Schatten, Texturen und Farben verankern das wiederkehrende Element ihrer Arbeit – die Fragmentation der Realität – in ihren Fotografien. So werden aus einem Bild mehrere Bilder, es entsteht eine „mise en abyme“ der Gegenwart.

Ihre quadratischen Bilder verdichten die Idee einer modernen, digitalen Fotografie. In Einklang mit dieser Sichtweise nutzt sie ausschließlich ein iPhone als Kamera. Ihre Arbeit zeigt sie auf ihrem Instagram-Account @noemieforget.

Kein Einzelnes – das scheint,
schafft es aus sich heraus,
bemerkenswert zu sein.
Erst das Gegensätzliche lässt
die Aufmerksamkeit zu.

Spüre ich es, wenn eine Seite fehlt?
Gib mir Trauer, Freude –
Geschwindigkeit und Ruhe.

Und wie auch die Welt,
das Licht und der Schatten,
sind wir darauf bedacht,
das Gegensätzliche zu meiden
und doch nicht zu vermeiden.

Bin ich die Gegensätzlichkeit?
Wird mich doch niemand vermissen,
kann doch niemand ohne mich.